Aquakultur

Aquakultur ist weltweit einer der am schnellsten wachsenden Zweige der Landwirtschaft und ein entscheidender Faktor für die Ernährungssicherheit zukünftiger Generationen.

Vor allem bei der marinen Aquakultur oder Marikultur befindet sich die Menschheit aber immer noch am Anfang der Entwicklung und sehr viele ökologische, technologische und wirtschaftliche Fragen sind noch nicht beantwortet.

CRM betreibt deshalb Forschung entlang der gesamten Prozesskette der marinen Aquakultur:

  1. Domestikation und Kultivierung neuer Arten

Nur ein sehr kleiner Teil der potentiell wirtschaftlich interessanten marinen Algen-, Fisch- und Muschelarten wird bereits kultiviert. Deshalb hat CRM in vielen experimentellen Studien unter anderem an der Kultivierung des Zuckertangs (Saccharina latissima), des Blasentangs (Fucus vesiculosus), der Meersaite (Chorda filum), der Miesmuschel (Mytilus edulis), der Herzmuschel (Cerastoderma edule) und der Meeräsche (Chelon labrosus) geforscht.

  1. Umweltauswirkungen von marinen Aquakulturanlagen

Aquakulturanlagen haben je nach Trophiestufe der kultivierten Spezies eine Vielzahl an negativen, aber teilweise auch positive Umwelteinflüsse. CRM hat sich in Studien in diesem Zusammenhang unter anderem mit den Kohlenstoff- und Stickstoffflüssen unter Fisch- und Muschelfarmen und dem Einfluss von Aquakulturanlagen auf die benthische Biodiversität beschäftigt. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist das Ersetzen von high trophic species (das sind Organismen die eine Zufütterung benötigen) durch low trophic species, also durch Arten die ihre Nahrung aus dem natürlichen Umgebungsgewässer beziehen, deren Kultivierung also keine zusätzliche Belastung des Gewässers durch Nährstoffe darstellt. Wir testen außerdem den Einsatz von Pflanzenkläranlagen mit salztoleranten Pflanzen zur Abwasseraufbereitung von Salzwasseraquakulturen in landbasierten Aquakultursystemen.

  1. Verwertung von Reststoffen aus der Aquakultur

In der Aquakultur und anschließenden Verarbeitungsprozessen fallen verschiedene Reststoffe an, die als Rohstoffe für Folgenutzungen zur Verfügung stehen, z.B. Muschelschalen, Fischkot und Algentrester. Sinnvolle Folgenutzung im Sinne des Upcyclings und der Kreislaufwirtschaft sind ein weiteres Forschungsfeld von CRM, z.B. forschen wir an der Herstellung von Plastikalternativen aus Algentrester.

Ansprechpartner

Dr. Peter Krost

 Dr. Peter Krost
peter.krost@crm-online.de