Seit 1.5.2020 widmet sich das Forschungsprojekt HaFF der Nährstoffreduktion im Abwasser von Aquakulturanlagen bzw. im Wasserkörper nährstoffreicher Oberflächengewässer. Dieses von CRM – Coastal Research & Management koordinierte Projekt ist in das Forschungsvorhaben „Bioökonomie auf Marinen Standorten (BaMS)“ eingebettet.

BaMS wird vom BMBF in den kommenden 10 Jahren mit bis zu 20 Millionen Euro gefördert und erforscht, wie der Wandel hin zu einer biobasierten nachhaltigen Wirtschaftsform gelingen kann. Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft suchen in der aquatischen Kreislaufwirtschaft nach Lösungen, welche das Ökosystem Meer bewahren, aber zugleich wirtschaftliche Impulse setzen („Blaue Bioökonomie“).
Die Nährstoffreduktion in der Ostsee und in ihrem Einzugsbereich ist zentrales Anliegen im Projekt BaMS-HaFF. Im Unterschied zu bisherigen Konzepten sollen hier terrestrische Gefäßpflanzen bei der Behandlung von salzhaltigen Abwässern aus Aquakulturanlagen, bei der extraktiven Aquakultur und bei der Bioremediation von eutrophierten Brackgewässern zum Einsatz kommen. Die so erzeugten Pflanzen sollen einen ökonomischen Mehrwert darstellen.
Das Prinzip der extraktiven Aquakultur mit Gefäßpflanzen wird an drei verschiedenen Standorten mit verschiedenen innovativen Techniken erprobt. Die Ziele sind die Entwicklung und Validierung dieser Techniken, die Abschätzung ihres Potenzials für eine substanzielle Nährstoffreduktion in den untersuchten Wasserkörpern und die Diversifizierung möglicher Aquakulturprodukte durch die Verwendung von bisher noch nicht oder nur selten kultivierten Gefäßpflanzenarten. Gerade Halophyten bilden eine noch wenig beachtete Grundlage für die Entwicklung hochwertiger Produkte, z. B. im Lebensmittelbereich. Der Einsatz von Pflanzenarten mit vielversprechenden Inhaltsstoffen und die Entwicklung von innovativen Produkten aus der erzeugten Biomasse gehören daher zu den zentralen Arbeitsfeldern des Projekts. Als Produkte im weiteren Sinne sind auch die zu entwickelnden Anlagen und Konzepte zu verstehen, deren Marktpotenzial im Verlauf des Projekts untersucht werden soll.

HaFF ist eins der 8 Verbundprojekte aus der ersten Ausschreibungsrunde. An diesem Projekt arbeiten sechs Partner: EUCC – Die Küsten Union Deutschland e.V., Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik, Hanffaser Uckermark eG, Kieler Meeresfarm GmbH, N.A.T. Ingenieurökologisches Planungsbüro und re-natur GmbH. Die Projektpartner wollen eine Nährstoffreduktion durch Biomasseproduktion mit Gefäßpflanzen erreichen, wobei überflutungstolerante Arten unterschiedlicher Salztoleranz eingesetzt werden. Hier kommen bepflanzte Schwimmmodule direkt im Freiwasser zum Einsatz. Eine Pflanzenkläranlage wird zudem das Abwasser aus einer Salzwasser-Aquakulturanlage reinigen. Die Beschickung mit Salzwasser ist das Besondere an der neuen Pflanzenkläranlage. CRM übernimmt die Projektkoordination und gemeinsam mit den Projektpartnern die Betreuung der Pflanzenkläranlage. Später wollen die Forscher zudem das gewonnene Pflanzenmaterial auf seine Eignung für den Einsatz in Kosmetikprodukten hin untersuchen.

–> Erfahren Sie mehr vom Projekt-Poster BaMS_Symposium_Poster_HaFF

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